Wer bin ich – und für wen? Wie du dein ideales Kundenprofil mit KI in 30 Minuten schärfst - Teil 1 / 3
Einleitung
Kennst du das? Du hast ein Angebot, das funktioniert. Kunden, die zufrieden sind. Ein Team, das brennt.
Und trotzdem läuft deine Pipeline nicht rund und die Umsätze bleiben hinter den Erwartungen zurück?
Zu viele Gespräche mit den falschen Leuten. Zu viele Angebote, die irgendwo versanden. Zu wenig Zeit für die Kunden, die wirklich passen – und wirklich kaufen.
Das Problem liegt selten am Produkt. Es liegt fast immer daran, dass nie systematisch definiert wurde, wen man eigentlich ansprechen will.
Nicht „Mittelstand" ist eine Zielgruppe. Nicht „produzierende Industrie" ist eine Zielgruppe.
Eine echte Zielgruppe hat messbare Merkmale, erkennbare Signale – und kann damit gefunden werden.
In diesem ersten Teil der Serie zeige ich dir, wie du mit drei KI-Prompts in 30 Minuten mehr Klarheit über deinen idealen Kunden erreichst als in drei Strategie-Meetings. Das ist die Grundlage für alles, was danach kommt.
Schritt 1: Dein Angebot auf den Punkt bringen
Warum das der erste Schritt ist
Bevor du andere analysierst, musst du selbst glasklar sein. Nicht als Slogan – sondern als ehrliche, operative Antwort auf: Was löse ich? Für wen? Mit welchem messbaren Ergebnis?
Die meisten Unternehmen können diese Frage nicht in zwei Sätzen beantworten, ohne Marketing-Sprache zu benutzen. Das ist das erste Problem.
So gehst du vor
- Öffne Claude, ChatGPT oder Perplexity
- Füge deinen Unternehmenstext (3–5 Sätze) als Kontext ein
- Verwende den folgenden Prompt exakt so – passe nur den markierten Teil an
📋 PROMPT 1 – Eigenes Angebot schärfen
Du bist ein erfahrener B2B-Strategieberater mit
Schwerpunkt auf Positionierung und Vertrieb. Analysiere
mein Unternehmen anhand der folgenden Beschreibung und
liefere mir:
1. Eine VALUE PROPOSITION in maximal zwei Sätzen –
sachlich, ohne Marketing-Floskeln, formuliert aus
Kundenperspektive (Was bekomme ich? Was ändert sich für
mich?)
2. Die drei KERNPROBLEME, die ich löse – konkret und
spezifisch (nicht "Effizienz steigern", sondern: welches
operative Problem wird gelöst?)
3. Die drei häufigsten EINWÄNDE oder RISIKEN, die ein
potenzieller Kunde hat, bevor er sich entscheidet
4. Einen ELEVATOR-PITCH-SATZ (max. 20 Wörter), den ein
Fremder sofort versteht – ohne Vorkenntnisse über
meine Branche Meine Unternehmensbeschreibung:
[HIER EINFÜGEN: 3–5 Sätze über dein Unternehmen, dein
Angebot, deine bisherigen Kunden, dein messbares
Ergebnis]
Antworte strukturiert. Keine allgemeinen Phrasen.
Was du erhältst
Nach diesem Prompt hast du:
- Eine ehrliche, floskelfreie Nutzenaussage
- Die echten Kaufgründe deiner Kunden (nicht was du glaubst zu verkaufen)
- Das Rohmaterial für alle weiteren Schritte
Tipp: Kopiere das Ergebnis in eine Notiz – du wirst es in jedem weiteren Prompt brauchen.
Schritt 2: Das Ideale Kundenprofil (ICP) erstellen
Was ein ICP ist – und was er nicht ist
Ein ICP (Ideal Customer Profile) ist kein Wunschbild. Es ist ein datenbasiertes Muster deiner besten bestehenden Kunden, auf den Markt projiziert.
„Beste Kunden" heißt: Die, die am schnellsten kaufen, am wenigsten diskutieren, am zufriedensten sind – und am häufigsten empfehlen.
Ein gutes ICP hat vier Dimensionen:
- Firmografisch: Größe, Branche, Region, Unternehmenstyp
- Situativ: Wann ist ein Unternehmen gerade empfänglich für dein Angebot?
- Psychografisch: Wie tickt die Organisation? Was ist ihr wichtig?
- Ausschlusskriterien: Wer passt definitiv nicht?
📋 PROMPT 2 – Vollständiges ICP erstellen
Du bist ein B2B-Vertriebsexperte. Erstelle ein
vollständiges Ideal Customer Profile (ICP) basierend
auf meinem Angebot und meinen bisherigen Erfahrungen
mit Kunden. Meine Value Proposition (aus vorherigem
Schritt):
[VALUE PROPOSITION EINFÜGEN]
Meine bekannten Wunschkunden / besten Bestandskunden
(optional, aber hilfreich):
[2–3 Firmennamen oder kurze Beschreibungen einfügen –
falls vorhanden]
Erstelle das ICP in vier Dimensionen:
DIMENSION 1 – FIRMOGRAFISCH - Mitarbeiterzahl-Klasse
(z.B. 25–100 / 100–500 / 500–2.500) - Top 3–5 Branchen
mit je einer Begründung, warum diese passen - Region /
Geografie - Unternehmenstyp (Hersteller / Dienstleister
/ Händler / Mischform)
DIMENSION 2 – SITUATIVE TRIGGER (Wann ist ein
Unternehmen
gerade besonders offen für mein Angebot?) - 3
Wachstumssignale (positive Trigger) - 3 Schmerzsignale(negative Trigger / Problemdruck) - 2 Marktveränderungen,
auf die meine Zielkunden gerade reagieren müssen
DIMENSION 3 – PSYCHOGRAFISCH - Einstellung zu
Technologie und KI - Typische Entscheidungsstruktur (wer
kauft? wer blockiert?) - Was zählt bei der
Kaufentscheidung mehr:
ROI / Effizienz / Wachstum / Risikominimierung?
DIMENSION 4 – AUSSCHLUSSKRITERIEN - 3 konkrete
Merkmale,
bei denen ein Unternehmen kein guter Fit ist - Warum
führen diese zu schlechten Kunden? (1 Satz Begründung
je
Kriterium) Format: Strukturiertes Dokument, klar
gegliedert.
Für Vertrieb nutzbar, nicht akademisch.
Was du erhältst
Ein vollständiges ICP-Dokument, das du direkt als Briefing für dein Vertriebsteam verwenden kannst.
Schritt 3: Das ICP in suchbare Signale übersetzen
Warum dieser Schritt entscheidend ist
Ein ICP bringt dir nur dann etwas, wenn du es auf konkrete Suchen im Internet herunterbrechen kannst. „Mittelstand in NRW, digitalaffin" ist keine Suchanfrage.
Was du brauchst: Signale, die du im Netz finden kannst. Auf Websites, in Stellenanzeigen, auf Verbandsseiten, in Google.
📋 PROMPT 3 – ICP in suchbare Signale übersetzen
Ich habe folgendes Ideal Customer Profile definiert:
[ICP AUS PROMPT 2 EINFÜGEN]
Deine Aufgabe:
Übersetze dieses ICP in konkrete, im Internet suchbare
Signale. Strukturiere deine Antwort in fünf Kategorien:
1. WEBSITE-SIGNALE
Was auf einer Unternehmenswebsite verrät mir, dass diese
Firma zu meinem ICP passt? (Nenne 5–8 konkrete Beispiele:
bestimmte Formulierungen,Seitentypen, Produktkategorien,
genannte Referenzen, Zertifizierungen,
Verbandszugehörigkeiten)
2. GOOGLE-SUCHANFRAGEN
Formuliere 8 konkrete Suchanfragen mit Google-Operatoren
(intitle:, site:, filetype:, "phrase", OR), die mir
Unternehmen aus meinem ICP liefern. Erkläre bei jeder
Suche in einem Satz, warum sie funktioniert.
3. BRANCHENQUELLEN
Welche deutschen Branchenverzeichnisse, Verbände, Messen,
Rankings oder Ausstellerlisten führen mit hoher
Wahrscheinlichkeit Unternehmen aus meinem ICP?
Nenne mindestens 5 konkrete Quellen mit URL.
4. TRIGGER-SIGNALE AUF LINKEDIN / XING
Welche LinkedIn-Aktivitäten, Stellenausschreibungen oder
Unternehmensnachrichten deuten darauf hin, dass ein
Unternehmen gerade empfänglich für mein Angebot ist?
(Nenne 5 konkrete Signale)
5. NEGATIV-SIGNALE
3 Merkmale, die ich auf einer Website sofort sehe und die
mir zeigen: Dieser Kunde passt nicht – Zeit nicht
verschwenden.
Das Ergebnis nach Schritt 1–3
Nach diesen drei Prompts hast du:
- ✅ Eine klare, floskelf reie Value Proposition
- ✅ Ein vollständiges ICP in vier Dimensionen
- ✅ Konkrete Suchsignale für die Unternehmensrecherche
Das ist das Fundament. Im nächsten Beitrag zeige ich dir, wie du damit in einer Woche 200 qualifizierte Zielkunden aus dem Internet herausfiltert – ohne teures Tool-Abo.
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