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Lars-Thorsten Sudmann im Interview: „Ich lasse mich schon lange nicht mehr treiben“

Lars-Thorsten Sudmann
03.02.2020 17:00:00

Sinnvolle Zeitnutzung, Zeitqualität und Zeitwert statt Zeitverschwendung – seit über 20 Jahren beschäftigt sich Lars-Thorsten Sudmann, Geschäftsführer der bloola GmbH & Co. KG, mit Themen der Kommunikation und der Effektivität des Informationsmanagements. Zur Digitalen Woche Dortmund (4. – 8. November 2019) präsentiert er exklusive Einblicke in die Arbeitswelt von morgen. 

Die Redaktion: Herr Sudmann, vor einiger Zeit erzählten Sie uns vom Problem der heutigen Kommunikationskultur. Dabei führten Sie an, dass wir uns in einer schnelllebigen Zeit befinden. Wie empfinden Sie diese Aussage heute?

Lars-Thorsten Sudmann: Ich empfinde diese Aussagen rückblickend sogar als eine Untertreibung. Die Defizite in unserer Kommunikationskultur sind meiner Auffassung nach größer geworden. Heute nutzt der Mensch durchschnittlich 18 bis 20 Cloudanwendungen. Das klingt erst einmal nicht viel. Aber schaut man sich an, was mit diesen Apps im Leben eines Menschen organisiert werden soll, dann wird doch sehr deutlich, was der Mensch heute an Last auf seinen Schultern trägt.

Die Redaktion: Was sind das für Apps?

Lars-Thorsten Sudmann: Das sind nicht nur Gmail, WhatsApp oder die Kalender-App, sondern die Bahn-App, Hotelbuchungs-App, Gesundheit-App, Nachrichten-Apps, Unterhaltungs-Apps und so weiter. Die meisten Apps wollen bedient werden, was Zeit und Kraft kostet.

Die Redaktion: Und das schafft immer mehr Probleme in der Organisation, richtig?

Lars-Thorsten Sudmann: Ganz genau. Viele Anwendungen wollen den Menschen zwar effektiver arbeiten lassen, sorgen im Umkehrschluss aber für einen höheren Zeitaufwand. Jede Mail bedeutet eine neue Aufgabe, jede Messenger-Nachricht will beantwortet werden, jede Gesundheits-App macht Druck, vom Bürostuhl aufzustehen. Das heißt letztendlich: wir sind gestresst.

Die Redaktion: Stress führt dann oft zu Zeitverschwendung oder Zeitdruck. Der sogenannte „bloola-Effekt“ soll dazu verhelfen, wertvolle Zeit und Arbeit einzusparen?

Lars-Thorsten Sudmann: Mehr noch. Darunter leiden die Motivation, Zufriedenheit und Gesundheit der Menschen. Mit unseren bloola-Lösungen unterstützen wir daher Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich.

Die Redaktion: Sie sind Arbeitgeber. Welche Schlussfolgerungen haben Sie für sich gezogen.

Lars-Thorsten Sudmann: Es geht um Produktivität und Wirksamkeit. Und nicht darum, dass die Kolleginnen und Kollegen die Zeit absitzen. Manchmal reichen 80 Prozent der Leistung aus, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Das hat vorranging mit einer geordneten Organisation und einem strukturierten Zeitmanagement zu tun. Ich persönlich lasse mich schon lange nicht mehr treiben, lege daher großen Wert, dass dies auch für mein Team gilt.

Die Redaktion: Während der Digitalen Woche Dortmund 2019 wird bloola ein besonderes Programmangebot zum Erlebnis und der Qualität von Zeit präsentieren. Auf was darf sich gefreut werden?

Lars-Thorsten Sudmann: Für die Digitale Woche haben wir exklusive Impulsvorträge vorbereitet. Hierbei werden zahlreiche Fragen von Experten beantwortet: Wie sieht Zeiterlebnis und Zeitverwertung in einer digitalisierten Arbeitswelt aus? Was ist heute schon absehbar? Was wird in der nahen Zukunft auf die Unternehmen, insbesondere auf die Personalentwicklung zukommen? Insbesondere die Themen Zeit und Zeitverwertung gelangen immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit – hier möchten wir einen Debattenbeitrag leisten.

Die Redaktion: An wen richten sich diese Vorträge?

Lars-Thorsten Sudmann: An all diejenigen, die Interesse an Zeitqualität, -verwertung und -nutzung haben. Immerhin erlebt jeder von uns Zeit. Mal beschleunigt, mal heruntergefahren. Oft werden wir aber von Terminen getrieben und von To-Do‘s gejagt – nichts davon ist pauschal sortiert, wir verlieren den Überblick, stehen unter ständigem Zeitdruck. Es scheint, als hätte man nie genug Aufgaben erledigt.

Während der Digitalen Woche werden mein Team und ich darüber aufklären. Auf der anderen Seite sehen wir in der Teilnahme an der Digitalen Woche eine große Chance, herauszufinden, wie Besucher ihr persönliches Leben mit der Zeit empfinden und wie sie auf unsere Studien reagieren.

Die Redaktion: Bestandteil der Präsenz während der Digitalen Woche Dortmund ist Ihre Kampagne #mehrLebenszeit. Was genau lässt sich darunter verstehen?

Lars-Thorsten Sudmann: Die Digitale Woche Dortmund bietet uns einen einzigartigen Ort um Zeit als wichtiges Medium, als wichtige Struktur zu kommunizieren und über die Forschung aufzuklären. Daher haben wir einiges vorbereitet: einen Themen-Stand in der Werkhalle des Union Gewerbehofs zur Zeitverwertung von Führungskräften, drei Expertentalks zu Zeitnutzung in der digitalen Arbeitswelt, eine Sonderpublikation zur Zeitbudgetforschung sowie unsere Online-Umfrage “Zwischen Zeitwohlstand und Entschleunigung”.

Die Redaktion: Die Digitale Woche Dortmund präsentiert sich nun zum dritten Mal als exklusives Digital-Festival zum Anfassen und Miterleben. Im vergangenen Jahr bot sich mehr als 4.500 Besucherinnen und Besuchern die Chance, sich aktiv mit dem digitalen Wandel der Zeit auseinanderzusetzen. Wie wichtig ist die Teilnahme bloola’s an solch einem Event?

Lars-Thorsten Sudmann: Unsere Teilnahme ist uns sehr wichtig. Wir haben nicht bloß die Chance, Unternehmen, Beschäftigte, Gewerkschaften, Verwaltungen und Politik aufzuklären und ein besseres Verständnis für die Folgen der Digitalisierung auf das Arbeits- und Privatleben zu vermitteln, sondern freuen uns gleichzeitig sehr auf den Austausch mit den Besuchern – wie empfinden sie Zeit, was ist ihnen wichtig, wo liegen die Probleme? Nur so kann man weiterdenken und Erfahrungen austauschen. Genau aus diesem Grund engagieren wir uns mit vielfältigen Angeboten.

Die Redaktion: Vielen Dank für das Interview.

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