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Knowledge Mapping: Wissen graphisch identifizieren

Lars-Thorsten Sudmann
27.01.2020 17:45:00

Knowledge Mapping ist ein Werkzeug, mit dem Unternehmen das Wissen einer Person oder einer Gruppe in Form einer Wissenslandkarte darstellen können. Bei ihr handelt es sich meist um interaktive, graphische Verzeichnisse, mittels deren Wissensträger und Wissens-Artefakte wie Patente, abgebildet werden. Doch warum ist Knowledge Mapping wichtig? Für wen ist es nützlich? Und wie wendet man sie an?

In der Industrialisierung waren Arbeitskraft, Boden und Kapital die Produktionsfaktoren. Heute zählt man Wissen dazu. 60 bis 80 Prozent der betrieblichen Gesamtwertschöpfung werden dem Wissen im Unternehmen und von den Mitarbeitern zugerechnet. Nur 20 bis 40 Prozent werden davon genutzt, stellt der Ingenieurwissenschaftler und Professor an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg fest. Das im Unternehmen verborgene Wissenspotenzial nutzen ist demnach sehr wichtig. Folglich ergibt sich daraus die Forderung, dass Unternehmen ihr Wissenskapital zuerst systematisch abbilden und anschließend verwalten müssen. Knowledge Mapping ist ein geeignetes Instrument dafür.

Worin unterscheiden sich explizites und implizites Wissen?

Um dieses Wissenskapital im Unternehmen sichtbar zu machen, ist es im ersten Schritt notwendig, die verschiedenen Arten von Wissen zu unterscheiden. Manches Wissen liegt offensichtlich vor und kann schnell erfasst werden. Anderes Wissen hingegen ist verborgen und schwer zu verbalisieren. Experten nennen sie implizites oder explizites Wissen. Explizites Wissen findet man beispielsweise in Büchern. Jeder kann es nachlesen, nachschlagen und es meist ohne Hilfe durch Dritte verstehen. Implizites Wissen steckt oft in den Köpfen der Menschen selbst. Es wird daher auch als Erfahrungswissen bezeichnet. Es ist unmittelbar mit einer Person, seiner Lebensumstände, seinem Bildungsniveau, seinen Lebens- und Arbeitserfahrungen und seiner Kreativität verknüpft. Das implizite Wissen kann genauso individuell sein wie dessen Besitzer.

Daher sind die Erschließung und das Verständnis für das implizite Wissen weit aufwendiger als beim expliziten Wissen. Weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Wissensarten besteht auch darin, dass explizites Wissen oft einfacher verteilt und vermittelt werden kann. Explizites Wissen ist oft Konsens in einer Gruppe, wohingegen der Wahrheitsgehalt von implizitem Wissen häufiger infrage gestellt wird. Da ist eine aufwendige Diskussion oder eine hitzige Debatte unausweichlich, ja sogar erforderlich. Auf jeden Fall muss jedes Unternehmen sich im Vorfeld klarmachen, welcher der beiden Wissensarten für das Mapping erforderlich ist. Denn es existieren wiederum verschiedene Arten von Wissens-Landkarten.

Die Arten von Knowledge Mapping

Insgesamt existieren vier.

1.   Wissensträgerkarten

Die Wissensträgerkarten sind personenbezogen und zielen auf Experten und deren jeweilige Wissensgebiete ab. Die Wissensträger werden als Experten identifiziert, und somit kann sich der Wissen Suchende an diese wenden, um sich Informationen einzuholen. Im Allgemeinen sind die Wissenskarten im Intranet von Unternehmen verfügbar. Außerdem liegt eine Verbindung der Namen mit den Kontaktdaten vor, die eine Kontaktaufnahme und somit auch bessere Übertragung von Wissen ermöglicht.

2.  Wissensbestandskarten

Die Wissensbestandskarten sind unternehmensbezogen und für dokumentierendes und ablegendes Wissen zu gebrauchen. Diese Karten ermöglichen Informationen über Orte und Medien der Speicherung von Wissensbeständen. Die Wissensbestandskarten sind um das Wissensobjekt angesiedelt, dass sowohl eine Datenbank, ein Bild, ein Prototyp o.ä. sein kann. Das Wissensobjekt ist außerdem mit dem Wissensgebiet (welches das Objekt umfasst), dem Wissensträger (der Auskunft über das Objekt geben kann) und dem Ort (an dem sich das Objekt befindet) vernetzt.

 

3.  Wissensstrukturkarten

Wissensstrukturkarten sind eine andere Art der Wissenslandkarte, bei der kein Experte, sondern die Struktur des Wissens abgebildet wird. Formen dieser Karten sind zum Beispiel Mind-Maps, mit denen Themen visualisiert werden können, indem der wissensintensive Bereich in der Mitte angelegt wird und die davon ausgehenden Erkenntnisse abzweigen.

 

4.  Wissensanwendungskarten

Bei Wissensanwendungskarten handelt es sich um unternehmensbezogene Karten, die einen dokumentierenden und ab legenden Charakter haben. Die Karten ergänzen die Wissensbestandskarten, indem sie zum Vorhandensein des Wissens innerhalb des berücksichtigten Bereichs die Erklärung der Anwendung hinzufügen. Der Betrachter der Karten kann außerdem konkrete Wissensanwendungen sehen, die für die eigene Arbeit nutzbar sein können. So zeigen die Karten die Reihenfolge, in der Wissen in einem Prozess genutzt werden sollte.

Warum Knowledge Mapping?

Zusammengefasst, stellt Knowledge Mapping eine gute Möglichkeit dar, vielschichtiges Wissen in einem Unternehmen systematisch abzubilden. Der Mehrwert jedoch besteht in der erweiterten Lernkurve: es kann nicht nur das Wissen abbilden, sondern auch ein ganzes Unternehmen, verschiedene Experten und die Wissen Suchenden miteinander vernetzten. Aus dieser Vernetzung ergibt sich weiteres Wissen, das in die Wertschöpfung einfließt und die Innovationsfähigkeit des Unternehmens verbessert. 

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