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Concept Map und Mind Map: Was ist der Unterschied?

Lars-Thorsten Sudmann
17.02.2020 18:20:00

Visuell dargestellte Inhalte nimmt das menschliche Gehirn wesentlich schneller und leichter auf, als textliche Darstellungen. Mit Mind-Maps und Concept-Maps stehen dafür zwei unterschiedliche Tools zur Verfügung.

  • Mind-Maps sind intuitive Gedankenlandkarten, die sich gut für Mitschriften oder Ideensammlungen einsetzen lassen.
  • Für die systematische Darstellung von komplexen Zusammenhängen ist dagegen das Tool Concept-Map ideal geeignet.
  • Mind-Maps und Concept-Maps symbolisieren zwei unterschiedliche Sichtweisen auf das menschliche Gedächtnis und zwei verschiedene Denk-Modi.

Eine visuelle Darstellung von Themen hat gegenüber der rein textlichen Darstellung wesentliche Vorteile: Informationen können auf visuelle Weise deutlich schneller aufgenommen werden. Inhalte werden „auf einen Blick“ erfasst, was bei Texten nicht möglich ist. Zwei wichtige Formen der visuellen Darstellung von Inhalten sind Mind-Maps und Concept-Maps. Dabei unterstützen Mind-Maps eine eher spontane und assoziative Vorgehensweise. Es wird von einem zentralen Begriff ausgegangen, um damit in Verbindung stehende Themen darzustellen.

Mind-Maps: assoziatives Ergänzen

Der englische Begriff „mind map“ steht für Gedächtnis- oder Gedankenlandkarte. Entwickelt wurde die Technik bereits in den 1970er Jahren von dem englischen Autor und Trainer Tony Buzan. Mind-Maps sollten für seinen Erfinder zu Mitschriften oder zu Planungszwecken dienen, wobei das Prinzip des freien Assoziierens dabei helfen soll, Gedanken zu entfalten.

Mind-Maps gehen stets von einem zentralen Begriff aus und haben eine Baumstruktur mit feiner werdender Verästelung. Alle Äste sind mit Begriffen beschriftet. Idealerweise werden die Hauptäste fetter gezeichnet und mit Wörtern in Großbuchstaben versehen. Durch die Verästelung wird auch die relative Bedeutung des jeweiligen Gedankens oder Themas verdeutlicht. Je stärker ein Ast mit Begriffen besetzt ist, desto intensiver wurde bereits über diesen Teilbereich nachgedacht. Äste ohne weitere Verzweigung zeigen Wissenslücken oder Themen, die bisher weniger entwickelt wurden.

Concept-Maps sind geordneter und hierarchischer aufgebaut. Sie werden stückweise entwickelt und je nach Fortgang des Erkenntnisprozesses auch wieder umgestaltet werden. Anders als bei Mind-Maps werden bewusst Beziehungen zwischen den Unterbegriffen erfasst und dargestellt.

Concept-Maps: systematisches Entwickeln

Im Gegensatz zur Mind-Map hat eine Concept-Map kein eindeutiges Zentrum, sondern geht von mehreren vernetzten Begriffen aus. Die Begriffe werden in der Regel rechteckig umrahmt und mit beschrifteten Pfeilen verbunden. Durch die Pfeilrichtung wird eine eindeutige Beziehung a la „Katze frisst Maus“ hergestellt, die sich nicht umdrehen lässt.

Concept Maps sind hierarchisch von oben nach unten geordnet, lassen aber trotzdem Querverbindungen zwischen den Elementen zu. Optisch erinnern sie an Stammbäume oder Liniennetze großstädtischer U-Bahnen. Aufgrund ihrer strengeren Struktur und der Möglichkeit Querverbindungen darzustellen, werden Concept-Maps häufig im akademischen Umfeld eingesetzt. Sie eignen sich sehr gut für die Unterstützung von Lernprozessen und die Darstellung komplexer Sachverhalte - wie zum Beispiel wissenschaftlicher Theorien.

Zwei Wege, die sich ergänzen

Mind-Map und Concept-Map stehen für unterschiedliche Denk-Modi oder auch für abweichende Auffassungen über die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses. Die Technik des Mind-Mappings geht davon aus, dass das Gehirn ein assoziatives Netzwerk ist, während die Idee der Concept-Map postuliert, dass das das menschliche Gedächtnis aus einem hierarchisch geordneten Netzwerk von Begriffen besteht.

Dabei müssen sich diese beiden Auffassungen gar nicht ausschließen, sondern können sehr gut ergänzend nebeneinanderstehen. Mind-Maps sind vor allem für eher informelle, kreative Prozesse nützlich, bei denen assoziativ Ergebnisse erzielt werden sollen. Während Concept-Maps das analytische Denken unterstützen. Hier werden Strukturen erkannt und Zusammenhänge visualisiert.

Die in der Concept-Map dargestellten Beziehungen zwischen Begriffen haben oft Qualitäten wie: „ist Oberbegriff von“ oder „ist ein Beispiel für“. Die Erstellung von Concept Maps benötigen daher wesentlich mehr Zeit als Mind-Maps.

INFOKASTEN 

 

Digitale Tools für Mind-Maps und Concept-Maps

Technisch lassen sich Mind-Maps leicht auf einem – genügend großen – weißen Blatt erstellen. Trotzdem gibt es auch für die Erstellung von Mind-Maps einige digitale Tools. Ein deutschsprachiges Beispiel ist die Software „Mindmeister“ ( www.mindmeister.com), die auch das gemeinsame Arbeiten digitaler Mind-Maps zulässt. Neben einer kostenlosen Basissoftware werden kostenpflichtige Business-Versionen angeboten. Ein anderes kommerzielles Mind-Map-Tool mit kostenloser Basis-Version ist XMind (www.xmind.net), das inzwischen ein Jahrzehnt verfügbar ist. Das englischsprachige Mind-Map-Tool „MindMup“ ( www.mindmup.com) lässt sich mit Google Drive kombinieren.

Eine Auswahl an Concept-Map-Tools bietet das in Florida beheimatete „Institute for Human & Machine Cognition“ an. Hier ( www.cmap.ihmc.us) lassen sich verschiedene Concept-Map-Produkte herunterladen. Zur freien Erstellung einer Concept-Map wird das Online-Grafik-Tool „draw.io“ empfohlen, mit der sich Maps leicht erstellen lassen. Eine weitere Grafiksoftware zur Erstellung von Concept-Maps bietet EdrawSoft www.edrawsoft.com an.

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